Wie können wir die innere Kraft, die uns von Hause aus zusteht, nutzbar machen?
Egal was ich tue oder sage, machen möchte oder einfach bin. Es ist genau das Gleiche jeden Tag. Mehr gibt es nicht zu sein, denn ich kann weder den anderen etwas wegnehmen, was mir nicht einmal gehört, noch kann ich dafür sorgen, dass sie mir etwas von dem abgeben, was sie nicht mehr brauchen. Es ist alles nutzlos für mich.
Nicht, dass wir uns missverstehen. Ich möchte immer gerne in einen direkten Kontakt gehen. Ich mache auch Komplimente oder verschenke kleine Dinge für die Gemeinschaft, die Seele. Doch ich halte nichts davon, anderen ihre Zeit und ihre Kraft zu stehlen, indem ich sie beneide oder gar darüber spreche, wie sehr ich doch so sein möchte wie sie. Noch besser, was wäre damit eigentlich gemeint?
Ich kann meine eigene Kraft nur generieren, wie sie mir selbst gefällt und passt. Es ist nicht die körperliche gemeint, die können wir trainieren oder anhand von physiologischen und ärztlichen Beratungen verbessern.
Es ist nicht gesagt, dass es für mich auch einen Halt geben kann außerhalb dieser Welt. Darum habe ich nur die innere, mit der ich hantieren und mich auseinander setzen kann. Wie sollte es mir also gelingen, mit dem Instagram Account eines anderen hausieren zu gehen oder jemanden kopieren zu wollen? Darüber bekomme ich weder Kraft noch das Gefühl der inneren Nähe zu mir.
Es ist und bleibt ein Schloss davor, solange ich im Außen danach suche. Nur wenn ich beschließe, mich nun hinzusetzen und zu fühlen, was ich schon längst weiß, kann es gelingen, mir ein wenig Halt zu geben.
Dieser Halt ist nicht abstrakt, wie ich es gerade beschreibe. Er ist konkret, da und außerordentlich kräftig. Eine starke Person hat auch einen starken Willen, nicht wahr? Doch über den Willen allein schaffen wir es nicht, uns zu fühlen.
Es ist ein Akt der Nähe, der Liebe und Hingabe, wenn wir so wollen, diesem inneren Gefühl einen Raum zuzuschreiben, zuzugestehen, welch Daseinsberechtigung dieser innere Halt und somit die Kraft hat für uns.
Darüber kommen wir in einen Kontakt, wenn wir atmen, aber auch gleichermaßen darüber hinweg sehen, es gibt eben immer wieder und immer noch ein paar Themen, die uns die Luft abschneiden wollen. Tun sie es wirklich, könnten wir nicht leben und uns verändern.
Also ist das eine Lüge. Wir können jederzeit aufstehen und uns ein wenig die Beine vertreten, uns für den nächsten Atemzug präparieren, uns Kraft schenken, damit wir die nächste Runde in unserem eigenen Karussell überstehen, ohne alles zu erbrechen.
Es kommt somit eins zum anderen, Kraft kommt von innen. Ob wir es wollen oder nicht, die Nähe, die wir uns selbst zugestehen, mit der wir uns unterhalten, geben und auch um eine Anwesenheit bei anderen buhlen, können wir nur für den eigenen Körper und unsere eigenen Bedürfnisse umsetzen. Wie ich schon sagte, diese innere Gefühlswelt ist ein heiteres und auch absurdes Unterfangen. Wir können uns ihr nur hinterher anbieten, wenn wir schon längst drüber hinweg sind, was einmal war. Doch dann machen wir uns das Leben unnötig schwer, wieder in eine Harmonie mit uns selbst zu gelangen.
Es ist und bleibt der einzig weise und auch lebenswichtige Job sich selbst gegenüber fair zu bleiben. Denn darüber kommen wir in eine Kraft, die sich lohnt zu halten, zu fördern und in der nächsten Lebenslage anzuwenden.
Viele fördern diese innere Nähe nur allzu oft mit Handgriffen, die sie im Außen auf ihr Inneres übertragen wollen. Damit es auch noch in dieser inneren Welt von Bestand ist brauchen wir also im Inneren ähnliche Griffe, die sie uns dann auch später noch zu Hilfe eilen können, sollte unser Ego einmal handgreiflich werden. Dann kommt die Kraft ins Spiel, mit der wir uns innerlich beruhigen, besänftigen und auch wieder in die richtige Richtung schauen lassen können.
Es ist alles ein Versuch, mit sich selbst zu sein. Die meisten können davon bereits ein Lied singen, sich selbst wieder und wieder die Leviten zu lesen. Hören wir damit für einen Moment auf, kommen die nächsten Gedanken bestimmt auf andere Gedanken. Für einen höheren Moment voller Genugtuung und Gnade.