Wie kann ich mit mir im Reinen leben, wenn ich nichts von mir halten will?
Es spielt eine riesige Rolle, ob ich mich mag, möchte und auch für mich einstehen würde. Wenn ich denn so frei wäre, das auch umzusetzen.
Ich habe versucht, mit meinem inneren Gefühl des Nichtsnutzes zurecht zu kommen. Doch auch wenn das nicht ganz so schlüssig klingt, ich mochte mich darin. Eine Freundin erzählte mir einmal, wie toll sie sich findet. Das war so dermaßen falsch in meinen Augen, dass ich sie nicht mehr als meine Freundin ansah und wahrnahm.
Warum mag ich nicht sicher in mir sein?
Was spricht dagegen, von meiner eigenen Person ein bisschen überzeugt zu sein?
Genug. Wir können immer wieder in Selbstmitleid verfallen und uns gängeln, sobald sich eine Gelegenheit dazu bietet. Doch das ist nicht mit Eigenverantwortung gemeint. Diese Fürsorge, die wir uns selbst entgegenbringen, auch wenn es uns manchmal schlecht oder komisch geht, ist genau so viel „wert“ wie meine eigene Tür zum Leben. Was bedeutet das?
Nun, ich kann für mich selbst einstehen. Ich darf für mich selbst sorgen. Ich habe einen Körper und eine Verantwortung ihm gegenüber. Wenn ich mich also kümmere, ist es für mich und nicht für Nachbarin Elfriede.
Wieso ist es also so schwer zu verinnerlichen, dass wir uns mögen?
Ist das überhaupt die Wahrheit?
Liebevolle Ansätze können uns nicht viel bringen, wenn sie im Keim erstickt werden. Darum ist es auch in diesem Falle nicht bewundernswert, wenn wir wieder in Hilfe und Kleindenkertum versinken. Weil wir uns nicht in der Lage fühlen, für uns selbst einzustehen und durchzuführen, worum wir gebeten haben. Nämlich um Integrität mit uns selbst.