Können wir eigentlich „still“ sein, während andere eine Party feiern? Und wer erlaubt es uns, so zu feiern, wie wir es möchten und eben nicht genau so, wie es der Vibe gerade vorgibt? Der Versuch einer Erklärung.
Wir haben Verständnis, sobald es jemandem nicht gut geht. Doch wenn das bedeutet, dass sich auf einer Party jemand nicht mit der Masse bewegt, geht das dann auch in Ordnung? Vielleicht verführen wir diese Person zu einem Getränk, wenn wir unsicher sind. Oder wenn wir ihn nicht mehr aushalten, den aktuellen Moment.
Das Gefühl damit ist tatsächlich vertrakter als der eigentliche Zweck dieses Partygefühls. Wir möchten uns zerstreuen, miteinander sein, uns nicht mit den alltäglichen Dingen befassen und genießen, dass wir leben. So die Theorie. Und dann?! Wenn es jedoch nicht länger schön ist, während wir so herumhüpfen, könnten wir uns nicht einfach in die Stille stürzen?
Diese Vorstellung beflügelt nur die wenigsten unter uns. Wenn wir mit dem Gefühl der Stille gingen, während die Party in vollem Gange ist, würden wir den Vibe der Party nämlich beeinflussen. Die anderen Gäste könnten uns dann zwar nicht unbedingt in der Gänze lesen und spüren, doch sie könnten zumindest fühlen, dass sich „etwas“ verändert hat.
Dieser Vibe, von dem ich spreche, kommt schließlich aus uns selbst heraus.
Es gibt auch in uns einen Klang, einen Ton, der sich zugunsten unserer eigenen Gefühle ausdehnt oder verstummt. Jedes Mal, wenn wir uns auf uns einlassen, stimmen wir diesen Ton an. Dabei ist es fürchterlich egal, ob wir dabei in einem Bus sitzen, auf die U-Bahn warten, im Garten Beikraut entfernen oder auf einer Party auf das nächste DJ Set warten. Es ist und bleibt unser eigener Song, der in uns spielt.
Je mehr wir uns dessen bewusst sind, werden wir vernünftig. Denn nur so gelingt es uns auch innerhalb einer Massenveranstaltung Spaß zu haben, ohne uns die Mittel der Industrie, Chemielaborant:innen oder gar der Werbung zu eigen zu machen. Wir bleiben frei. Das ist doch der beste Vibe.