
Die nächsten Verdächtigen.
Wie wir es auch drehen und wenden, der nächste Koller kommt mit Sicherheit. Denn wir wollen ja nicht nur mit den anderen konkurrieren, sondern vor allem mit uns selbst.
Das hat bei mir dazu geführt, dass ich dann jedes Mal die Wut bekomme, wenn ich sehen will, was am Horizont auf mich wartet. Ich will einfach WISSEN, wie es da aussieht, was es da gibt und wie genau sich alles zusammen trägt, was dort so auf mich wartet beziehungsweise, was ich mir ausgesucht habe.
Der Punkt ist natürlich, dass ich nie dort angekommen bin „am Horizont“. Das ist schließlich der Sinn eines Punktes in der Ferne. Wir können ihn fixieren, aber nicht erreichen, jedenfalls nicht in dem Kontext, in dem ich mich befinde. Die Zukunft ist niemals im Jetzt. Punkt. Dennoch möchte ich natürlich genau dort hin. Mist, nicht wahr? Na, mal sehen.
Darüber habe ich nachgedacht. Dieser Jemand, der mir die Dinge vom Horizont vor meine Haustür stellt, bin ich. Somit bin ich auch diejenige, die zu dem jeweiligen Objekt in der Ferne navigiert, denn sonst komme ich niemals dort hin oder gar an. Das ist auch logisch. Nicht einmal ein Fremder würde mir da widersprechen, auch wenn er meine individuellen Parameter und Möglichkeiten nicht kennt.
Der Clou an der Sache ist jedoch, dass ich mich immer wieder dabei ertappt habe, wie viele Menschen damit beschäftigt sind, sich dieser inneren Reise nicht einmal zu stellen, sondern im Außen darauf zu warten, dass sich „Jemand“ ihrer annimmt. Mich eingeschlossen. Damit bin ich dann restlos überfordert gewesen, weil dieser Jemand natürlich überhaupt keine Ahnung davon hat, was ich genau und vor allem jetzt gleich haben möchte. Es ist also eine vertrackte Angelegenheit. Jeder kennt das.
Also was tun?
Ich bin nicht der Punkt dieser Intention, dass sich jeder für sich selbst einen Weg bauen und ermöglichen muss. Es ist jedoch auch nicht schwer, sich selbst wieder auf den eigenen Hintern zu setzen und die nächsten Möglichkeiten und Abenteuer zu kalkulieren, wenn wir uns denn einmal mit dieser Thematik auseinander setzen wollen. Schließlich bin ich es hier, die die Themen vorgibt, nicht wahr? Jeder macht das für sich. Ich bestimme, welche Route, welchen Kurs ich nun einschlage. Also kann ich auch bestimmen, in welche Himmelsrichtung ich navigiere, auch wenn der Wind in der scheinbar geraden falschen Richtung weht.
Dann muss ich eben eine Weile vor mich hin kreuzen, damit das Wasser mir mit der Entwicklung meiner Reise ein wenig unter die Arme greift, damit ich fühlen kann, während ich mich auf diese Ziele am weiten Horizont besinne und ein wenig besser einstimmen kann.
Wenn ich verstehen kann, dass ich es bin, die dort hin segelt, kann ich auch für mich sorgen.
Dann bin ich vielleicht ein Stückchen entspannter und auch gelassener, wenn ich mich meinem Ziel nähere. Weil ich sehen kann, dass ich Fortschritte mache. Weil ich fühlen kann, dass es voran geht. Weil es mir eine Freude ist, mich für meine Sache stark zu machen und für mich eine gute Freundin, ein guter Freund zu sein.
Das sind gute Ziele. Ich möchte mir wieder eine gute Freundin sein. Für die Ziele und Wege in mir, die mir eine Freude bereiten und die nur darauf warten, einen Moment lang verfolgt zu werden.