
Gelingt es uns, die eigene Nähe besser auszuhalten?
Wie wir miteinander umgehen hängt oft und vermutlich ausschließlich mit dem Gefühl zusammen, das wir uns erst einmal selbst entgegen bringen. Darum ist es so wichtig zu verstehen, wie wir eins mit dieser inneren Leere werden könnten.
Das Gefühl ist nicht einzigartig oder gar für den inneren Geschmack zu sehr versalzen. Es kommt darauf an, dass wir in ihr einmal sitzen können, es „aushalten“, keinen weiteren Input zu haben, bevor wir weiter machen mit unserem Alltagsleben. Denn wenn wir erst einmal sehen können, wie sich die Dinge IN UNS entwickeln, wenn wir still werden, können wir auch darauf vertrauen, dass sich das Außen fügt und in die richtigen Bahnen lenkt, wenn wir es denn so weit kommen lassen wollen.
Eine Arbeit mit der inneren Leere scheint für viele einfach irrsinnig. Oder überhaupt nicht realistisch. Doch diese inneren Gefühle, die uns oftmals in Form von Gedanken begegnen, können auch in einer Stille enden, wenn wir uns ihr hingeben und sie in einer Weise belassen, wie sie ursprünglich nämlich ist. Einfach da.
Ich kann das nicht anders beschreiben, doch diese teilweise doch recht jämmerlichen Gefühle sind in mir immer auf einen Schlag entfernter denn je, wenn ich mich dem inneren leeren Raum widme, der mit mir in einer Weise befreundet ist, den ich so sonst nirgends gesehen oder gefunden habe da draußen. Er ist für mich allein, ich kann mich ihm hingeben, er wird bereits da sein, wenn ich ankomme. Niemand kann mich dort stören, halten oder gar entfernen, wenn ich es nicht möchte. Er ist für mich ein Platz der inneren Ruhe, Einkehr, aber eben auch einfach ein Platz, der nichts von mir will und möchte.
Da sitze ich nun und schreibe. Schon mein Leben lang. Der Platz kommt mit diesen Worten gut aus, die sich ab und an hierher verirren. Sie winden sich ein wenig, weil sie hier keine Aufgabe zu haben scheinen, weil sie niemand an der nächsten Straßenlaterne stehenlässt oder ihnen etwas vorwirft, was sie verbrochen haben sollen. Die Gedanken sind hier frei. Und die Emotionen, die meine eigenen Gefühle prägen, kommen immer mehr und mehr zu einer Ruhe zurück, die ich so sehr wünschte, sie wäre überall im Leben zugegen. Doch damit können wir wohl nicht rechnen.
Ruhe und Stille sind eins, wenn auch ein paar völlig veränderliche Komponenten. Sie wollen miteinander sein und spielen, wenn ich mit der Stille in mir denn einen Weg nach vorne wagen kann.
Ruhe, Stille und Leere. So einfach scheint es nicht zu sein, auch selbst sehen diese inneren Gefühle so sehr nach Arbeit aus, wobei sie es ja nicht einmal sind.
Ich kann es nur wiederholen. Eine gefühlte Ewigkeit ist in diesen Tagen einfach nichts mehr wert. Sie wird auch nicht kommen, wenn ihr sie nicht einladet. Denn damit seid ihr ja schon viel zu sehr damit beschäftigt, ihr den Rang abzusprechen, der ihr zusteht.
Eine Leere in uns selbst ist nichts anderes als das Gefühl, dass alles sein darf, wie es ist.
Ein Platz und Raum, in dem wir uns halten können, aufhalten. In dem nichts geschieht aber doch alles sein darf. Einfach so. Wenn wir das schon einmal erlebt haben, kommen wir vielleicht zurück und sind wir bereit, den Blick noch einmal dorthin schweifen zu lassen.
Denn damit sind wir einen Augenblick im Sein, in der jetzigen Zeit. Auch wenn dieser Moment in einer Windeseile verraucht sein wird, so haben wir doch ein kurzes Gefühl der Lustlosigkeit abgestreift und uns ihr zugewandt: der Möglichkeit für den Plan, immer mal wieder hier zu sein. Im Hier und Jetzt.