Niemand möchte sich allein fühlen. Doch je mehr ich nach innen wandere, droht mir dann nicht die Isolation?
Kann ich mich wirklich auf mich einlassen, obwohl es da draußen unendlich wichtigere Ereignisse und Aufgaben zu bewältigen gibt?
Ich kann das so gut verstehen. Mir erging es genauso. Wo fangen wir an? Doch immer bei dem Nächstliegenden. Sobald wir geboren werden, spielt die Weltgeschichte eine untergeordnete Rolle. Babys fragen nicht um Erlaubnis.
Menschen haben vor allem Angst davor, ihren eigenen Willen nicht länger für sich, sondern für die Menschen in ihrem Umfeld aufzuopfern. Stimmt das? Meine Erfahrung ist genau das Gegenteil. Ich habe mich dabei ertappt, mehr und mehr im Außen zu leben. Ich konnte den Gedanken nicht ertragen, meine Liebsten zu vernachlässigen. Denn das hätte ich ja getan, wenn ich in mir abgetaucht wäre.
Weit gefehlt. Jede Person atmet mehr oder weniger selbstständig. Also kann ich davon ausgehen, dass das Gefäß der Körper ebenso wertvoll wie nützlich ist? Wofür ist ein Werkzeug im herkömmlichen Sinne denn da? Um einen Gegenstand, ein Gefühl, was auch immer zu bearbeiten. Auch wenn dieser Vergleich hinkt, die Gefühle, die wir mit und in uns tragen, sind ebensolche Werkzeuge.
Sobald wir lernen, mit ihnen umzugehen, erfahren wir Heilung. Es ist damit jedoch noch nicht getan zu atmen. Natürlich wäre das existenziell, nur wer möchte nur so vor sich hin atmen? Ich schlage daher vor, dass wir uns mit diesen Gefühlen in uns auseinandersetzen, wie mit einem normalen Werkzeug eben auch. Es gibt in unserem Fall jedoch keine Gebrauchsanweisung, auch kein Kleingedrucktes. Was es jedoch gibt, sind Symbole, kleine Wegabschnitte und eine Menge zu entdecken auf unserer inneren Lebenswiese. Gehen wir hin?