Wir können uns selbst helfen, indem wir uns für andere einsetzen.
Das ist kein Umweg, sondern Mittel zum Zweck. Denn auch so gelingt es uns, uns selbst näher zu sein, was wir ohne die Hilfe am gemeinsamen Bereich oder einer einzelnen Situation nicht gelingen würde. Zumindest nicht auf Anhieb.
Wir sind Herdentiere. Allein zu leben ist ein Luxus, den wir uns nur bedingt leisten sollten. Warum? Allein oder zusammen, das ist die Problematik. Wir denken, jede Person hat ihre eigene Privatsphäre zu erleben und zu verteidigen. Doch was ist denn da drin in dieser Privatsphäre?
Ich kann nachvollziehen, dass wir Abstand benötigen und auch Haltegriffe für uns alleine bauen, die uns helfen, wieder sozialen Austausch zuzulassen. Doch das Gefühl des Einsiedelns bringt uns in Teufels Küche.
Einmal einen Moment allein zu verbringen, ist ein Segen. Selbstredend! Doch wohin mit unserer Liebe, wenn nicht in die Handflächen unseres Gegenübers?
Wir brauchen einander so sehr. Für eben genau dieses Gefühl im Bauch, dass es uns wieder nach draußen zieht, in die Welt, zu anderen Menschen. Weil wir uns danach sehnen, helfen zu dürfen, um uns zu spüren. Denn ohne diesen Austausch sind weder unsere Hände noch die eigenen Herzschläge für die Länge eines Lebens gewappnet und würden recht schnell anfangen zu welken.
Helfen wir uns selbst, indem wir helfen? Hilft es dir, wenn deinem sehnsüchtigen Gefühl plötzlich ein Mensch gegenübertritt, der dich ehrlich ansieht, berührt in die Augen schaut? Es ist selten, weil wir uns kaum an die Bedeutung unserer eigenen helfenden Hände erinnern mögen. Es ist uns peinlich. Ja, wir genieren uns förmlich. „Ich? Ach, nicht der Rede wert. Ich war ja gerade in der Nähe.“ Richtig! In der Nähe.