Wer uns helfen möchte, braucht Mut.
Möchte ich mich lieben, kann ich mich selbst darum bemühen. Mittel und Wege für Eigenliebe und Fürsorge sind schließlich bekannt, geradezu topaktuell. Aber warum praktizieren wir sie nicht? Was hält mich davon ab? Was könnte denn Schlimmes dabei herauskommen?
Ich bin egoistisch. Schon immer gewesen.
Ich möchte mich um mich kümmern, mich liebhaben, genießen. Das ist es also nicht. Was ich aber feststellen musste, ist folgendes Phänomen: Sobald ich mir diesen Wunsch oder auch nur den Gedanken daran erlaube, kommt das schlechte Gewissen. Es piesackt mich erst leise, als dumpfes Surren in der Magengegend, dann später laut und deutlich in meinen Gedanken.
„Das darfst du nicht!“
„Diese Form der egoistischen Liebe ist ekelerregend.“
„Du wirst es nicht genießen können, weil ich es verhinderen werde!“
Damit hat sich die Sache dann meistens erledigt.
Mein Glück hängt nicht davon ab, was mir meine Gefühle verraten. Sie geben mir eine Menge Stoff, um nachzudenken, Nachforschungen anzustellen, welches Gefühl das Richtige ist für meinen Bedarf an Liebe. Denn an diesem Bedürfnis, mich zu lieben und zu pflegen, komme ich ja nicht vorbei. Es ist essenziell und überlebenswichtig. Zumindest was das Glück angeht.