Wir können es uns nicht leisten, nicht mit uns selbst zu kommunizieren.
Hilfe kommt grundsätzlich von außen? Weit gefehlt. Mittlerweile bin ich davon überzeugt worden, dass ich ein Helfersyndrom habe. Mehr als das, ich will und mache für alle alles. Doch das stimmt nur, solange ich nicht betroffen bin. Dann kommt auf einmal der Zweifel und will, dass ich ihm Recht gebe.
Mir allein genug zu sein, während natürlich Erste Hilfe immer noch durchgehend möglich wäre, ist früher ein abstrakter Vorgang für mich gewesen. Ich kam mir vor wie eine Spalterin. Eine Person, die sich nur um ihre eigene Nasenspitze dreht. Ich komme nicht umhin, das heute zu revidieren.
Selbsthilfe und Erste Hilfe sind nicht voneinander lösbare Prozesse und Vorgänge. Selbstliebe ist Erste Hilfe.
Erstens halte ich mir selbst dabei die Hand entgegen, gebe mir Raum, Platz, Halt, Ressourcen, was auch immer. Zweitens weiß ich immer, wie ich mich fühle und kann drittens gewissermaßen erahnen, was Menschen mit ähnlichen Lebensbedingungen erfahren haben oder gerade durchstehen. Das gibt mir genügend Kraft aber auch das Recht, Erste Hilfe anzubieten, sofern sie denn erwünscht und gefordert ist. Aber eben nur, sofern meine eigenen Bedürfnisse unabhängig von der Hilfeleistung an anderen gedeckt wurden. Nur so lässt sich verhindern, dass ich mich sowohl um mich als auch um andere bemühe, ohne das eine gegen das andere „Helfen“ aufzuwiegen.