Wie kann ich bloß mit meiner Schwäche zurechtkommen?
Es gibt so viele verschiedene Lebensformen. Auch wenn ich mir nicht mehr alle vorstellen möchte, diese für mich heute aktuellen fordern mich ganz schön heraus. Meistens bekomme ich es gut hin, mich mit mir selbst zu organisieren. Doch manches Mal, da schlage ich einfach hin und möchte nicht mehr aufstehen.
Wie kann ich mit mir überhaupt zurechtkommen, wenn diese Schwächeanfälle einen solch großen Effekt und Einfluss auf meine körperlichen, seelischen und emotionalen Befindlichkeiten haben? Gibt es vielleicht eine körperliche Störung? Habe ich etwas übersehen?
Wie geht es dir, wenn durch deine Aktivitäten auf einen Moment des Kraftplatzes ein tiefes Loch folgt?
Alles oder nichts. Immer sehr viel um die Ohren zu haben kennen wir ja. Es ist auch nichts Neues mehr. Auch wenn wir uns mehr und mehr auf die “Work-Life-Balance” besinnen, so sind unsere Energieniveaus doch recht beansprucht. Auch weil wir uns von unserem Internet so schwer lösen möchten. Es gibt uns ja so viel….
Pustekuchen! Nicht unsere Internetzeit stört unser Energieniveau massiv. Es sind unsere eigenen Energien, die aufgebraucht sind. Wie konnte das nur wieder passieren? Wir geben uns doch so viel Mühe!
Wir haben verlernt, uns zu erholen.
Auch im Zuge der Industrialisierung bekam schon damals jede/r auf die Nase zugesagt, wenn er oder sie sich zu viel ausgeruht hat. Das wird einfach nicht akzeptiert. Punkt. Somit sind wir immer angehalten, das Rad am Laufen zu halten. Dabei gibt es dieses Rad in uns ja gar nicht, oder?
Wie könnte es sich denn anders anfühlen?
Eine Weile wären wir mit dem beschäftigt, was wir eine Pause nennen. Zeitung lesen, Fuß- und Fingernägel feilen, die Haarkur ausprobieren, einen Film anschauen, die Nudeln aus dem Feinkostgeschäft auspacken und tatsächlich für uns selbst zubereiten. Ohne einen Gast! Doch dann? Wie könnten wir uns denn noch „besser“ erholen?
Von was eigentlich?! Was ist denn bloß so anstrengend, dass wir von einem Moment der Freude und Kraft hinschlagen und uns zurückziehen müssen, bevor wir uns ernsthaft in eine Gefahr bringen?
Unser Leben birgt viele Risiken. Auch energetisch und damit physisch. Es gibt zwar die Elemente und Dinge in unserem Alltag, die wir uns immer wieder nehmen und auffrischen dürfen. Doch das in uns liegende Gefühl der Nähe, Kraft und Stärkung wird davon nicht berührt oder gar aufgefüllt.
Es sind rein weltliche Elemente, mit denen wir uns auffüllen können. Darum fällt es uns manches Mal so schwer, überhaupt aus dem Bett zu kriechen. Es gibt “da draußen” in dem Augenblick keine Abhilfe und Stärkung für unser eigenes inneres Lebensgefühl. Was also tun?
Fühlen wir uns mit dem Leben an sich in der Regel gut, könnten wir das einfach abtun. Doch sobald wir Mitmenschen um uns haben, mit denen wir uns auf Teufel komm raus nicht verstehen (möchten) oder die uns den letzten Nerv rauben mit ihrer Art und Weise, sind wir auf die Barrikaden angewiesen, auf die wir dann steigen “müssen”, um uns zu beschützen oder zu verteidigen. Doch auch hier droht irgendwann einmal der Kollaps.
Es gibt verschiedenste Momente in unserem Alltag, in denen es sich einfach nicht stimmig anfühlen kann. Darum brauchen wir ja aber nicht gleich zu kollabieren, sobald wir zur Haustüre hineinstolpern. Oh doch! Das ist für eine hochsensible Person auf jeden Fall erst einmal “besser”, als sich diesen Aus-Knopf und Augenblick des Rückzugs nicht zu erlauben.
Dennoch möchte ich hinzufügen, dass wir auf keinen Fall so leben dürfen! Auf lange Sicht ist es nämlich ein Zeichen eines Missbrauchs und einer Überforder- beziehungsweise Überfrachtung unseres eigenen Energiesystems. Wir betreiben Raubbau an uns selbst.
Es gibt Mittel und Wege für alles in unserem Leben, um nicht mehr so harsch oder energieraubend zu sein. Welche das sind erfahren wir, sobald wir uns einmal tief und ehrlich lauschen.
Denn dort, wo wir auf uns achtgeben, spricht die Wahrheit. Und sie sagt eben nicht “Ach, das ist doch kein Problem” oder “Ist doch nicht so wild!” Sie wird uns ehrlich erzählen, wo wir uns übernehmen und auch warum. Das dann zu berücksichtigen ist die Kunst, nicht das Hinschlagen nach einem anstrengenden Tag. Der kann sich dann sowieso langfristig verabschieden, weil wir uns zwar körperlich und emotional wie gehabt stark einbringen, aber eben nicht mehr mit Absicht oder unbewusst über unsere Grenzen gehen.