
Es geht bei weitem mehr darum, sich selbst zu vertrauen als anderen.
Wie könnten Menschen je einen Weg für uns bereiten, wenn wir selbst zu feige sind, überhaupt einen Fuß vor die Tür zu setzen? Das kann nichts werden. Sie werden es uns auch nicht nachsehen, wenn wir wieder und wieder in uns zusammenbrechen. Sie werden einfach ihre Aufmerksamkeit auf etwas anderes lenken, was für sie lohnenswerter ist oder erscheint.
Damit sind wir dann dort, wo es sowieso für uns anfängt interessant zu werden: Allein.
Es fällt den meisten Menschen schwer, sich zu zeigen. Vor sich selbst. Dann auch noch dazu stehen, was sie sehen! Das ist fast eine aussichtslose Geschichte. Wenn da nicht die Hoffnung wäre. Die Leidenschaft, sich immer wieder einen neuen Weg bauen oder suchen zu wollen.
Wie kann das gelingen, wenn wir uns selbst nicht vertrauen?
Einen Weg zu machen oder aufzuzeigen für andere ist eine Idee. Doch die meisten können dem nicht folgen, weil sie zu unsicher sind mit sich selbst. Damit kommen sie also kaum vorwärts. Ich kann auch nicht zu ihnen gehen und sie an die Hand nehmen, einen Block weiter zerren und darauf hoffen, dass die frische Luft ihnen gut tut und sie ihren gemächlichen Schritten nun besser vertrauen anstatt sich zu geißeln und aufzuhalten auf ihrem persönlichen Weg.
Es geht nicht mit Hilfe anderer. Wir müssen da selbst hinkommen, finden, wie sich dieser Weg in uns wieder gut und sicher anfühlen kann. Doch wie?
Einen Weg gibt es bereits. Er liegt schon hinter uns. Er ist nicht vorgezeichnet, aber eben doch geschehen. Daran ist nichts mehr zu ändern, jedoch zu sehen und zu erkennen, dass wir immer noch eine Wahl haben, daran zu arbeiten, wie dieser gewesene Weg für uns einen zukünftigen ermöglichen kann. Und das geht so:
Wenn wir sehen möchten, was gewesen ist, schauen wir zurück. Dann halten sich die meisten Menschen damit auf, sich Vorwürfe zu machen. Oder den anderen. Die wenigsten freuen sich darüber, wie es war und zehren davon. Sie sehen stattdessen das, was hätte sein sollen oder was nun nicht mehr geht.
Es ist eine Zeit des Innehaltens aber gleichzeitig Kämpfens um Integrität sich selbst gegenüber. Genau dort kommt nun der neue Weg ins Spiel.
Wenn wir sehr genau sein wollen, haben wir immer und auch die Möglichkeit uns zu verstecken. In uns aber eben auch da draußen, sobald wir aus dem Bett steigen und uns dem Tag stellen.
Wenn dieser Moment ein guter werden soll, können wir uns nur darauf besinnen, dass wir uns selbst ein kleines wenig Vertrauen schenken um zu atmen, den Schritt zu gehen, den es braucht, um von A nach B zu gelangen und die Gespräche zu führen, die wir führen müssen, damit wir das sagen und klären können, was uns so wichtig ist.
Wenn wir aber darauf nicht denkbar vorbereitet sind oder uns gar dafür verurteilen, nicht klar bei Trost gewesen zu sein, können wir auch nicht darauf bauen, dass wir uns beim nächsten Mal mit Ruhe und Geduld zuhören werden. Und genau das verhindert, dass wir losgehen und uns trauen, unsere Meinung zu sagen oder für das einzustehen, was sich so wertvoll und nützlich anfühlt.
Der Grund für unser Misstrauen ist nicht der Hass oder die Angst der anderen. Wir selbst hören uns nicht zu, was sich in unseren Gedanken abspielt.
Wenn wir es tun, hören wir uns schreien und schimpfen. Wäre es in diesen Tagen nicht an der Zeit, diesen inneren Dialog ein wenig zu besänftigen, damit wir uns wieder mehr zuhören und stattdessen ein kleines wenig mehr Luft holen, bevor wir die nächste Peitsche herausholen?
Es ist noch nicht aller Tage Abend. Noch können wir einen Schritt auf uns selbst zugehen. Einen kleinen, damit wir dann später auch einen nach außen wagen können. Doch zunächst ist es wichtig, diesem inneren Weg einen Besuch abzustatten.