
Mein Herz schwingt sich wieder ein. Das macht alles schon nichts aus. Ich kann mir kaum erklären, wieso es schon wieder so in meiner Brust zu hämmern anfängt. Es ist doch alles befriedet.
Nein, sagt mir ein Gefühl. Ist es nicht. Da ist noch etwas. Eine gewisse Feinheit ist „übriggeblieben“. Ich bleibe stehen. Es ist doch nichts? … irgendetwas ist heute hier und jetzt anders als gewöhnlich.
Mit jedem Atemzug, den ich weiter in mich hinein lausche, hämmert mein Herz nur noch stärker. WAS IST ES???
>> Ich komme nicht aus dem Moor. Hier wäre es super schön gewesen, aufzuwachsen. Es hätte niemanden interessiert. Nicht, dass sich Menschen großartig für mich interessieren. So ist es nicht. Ich bestehe nicht aus Sternenstaub, der mir auf der Nasenspitze klebt. Insofern ist es auch nicht sonderlich verwunderlich, dass ich die meiste Zeit in Ruhe vor mich hin lebe.
Es ist vielleicht die Würde des Moores, die es mir angetan hat. Alles wächst weiter, obwohl der Untergrund übersät ist mit abgestorbenen Pflanzen, umgestürzten Baumstümpfen, Moos auf feucht gewordenen Rinden und einem unübersichtlichen Gestrüpp auf einem nassen oder noch ein wenig feuchten Untergrund. Wie kann ein Wesen so unbeeindruckt bleiben vom Verfall des eigenen Lebens?
Das Moor gedeiht prächtig. Gerade heute sehe ich es wieder, als wäre ich das erste Mal hier. Alles ist saftig, genährt – und wird in Ruhe gelassen. Wie schön wäre es gewesen, ich hätte so ein Leben gehabt …
Die Sentimentalität über mein eigenes Leben dürfte sich stimmig anfühlen. Ist es aber nicht. Wie gesagt, etwas hämmert unaufhörlich. Was kann es noch sein, was mich nicht in Frieden meiner Wege gehen lässt?