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BLOG
Kompass Arbeit

Veröffentlicht am 8. Februar 2023

Niemand möchte sich allein fühlen. Doch je mehr ich nach innen wandere, droht mir dann nicht die Isolation?

Kann ich mich wirklich auf mich einlassen, obwohl es da draußen unendlich wichtigere Ereignisse und Aufgaben zu bewältigen gibt?

Ich kann das so gut verstehen. Mir erging es genauso. Wo fangen wir an? Doch immer bei dem Nächstliegenden. Sobald wir geboren werden, spielt die Weltgeschichte eine untergeordnete Rolle. Babys fragen nicht um Erlaubnis.

Menschen haben vor allem Angst davor, ihren eigenen Willen nicht länger für sich, sondern für die Menschen in ihrem Umfeld aufzuopfern. Stimmt das? Meine Erfahrung ist genau das Gegenteil. Ich habe mich dabei ertappt, mehr und mehr im Außen zu leben. Ich konnte den Gedanken nicht ertragen, meine Liebsten zu vernachlässigen. Denn das hätte ich ja getan, wenn ich in mir abgetaucht wäre.

Weit gefehlt. Jede Person atmet mehr oder weniger selbstständig. Also kann ich davon ausgehen, dass das Gefäß der Körper ebenso wertvoll wie nützlich ist? Wofür ist ein Werkzeug im herkömmlichen Sinne denn da? Um einen Gegenstand, ein Gefühl, was auch immer zu bearbeiten. Auch wenn dieser Vergleich hinkt, die Gefühle, die wir mit und in uns tragen, sind ebensolche Werkzeuge.

Sobald wir lernen, mit ihnen umzugehen, erfahren wir Heilung. Es ist damit jedoch noch nicht getan zu atmen. Natürlich wäre das existenziell, nur wer möchte nur so vor sich hin atmen? Ich schlage daher vor, dass wir uns mit diesen Gefühlen in uns auseinandersetzen, wie mit einem normalen Werkzeug eben auch. Es gibt in unserem Fall jedoch keine Gebrauchsanweisung, auch kein Kleingedrucktes. Was es jedoch gibt, sind Symbole, kleine Wegabschnitte und eine Menge zu entdecken auf unserer inneren Lebenswiese. Gehen wir hin?

Womit fangen wir an? Schreib mir gerne.

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BLOG
Gefühle bergen

Veröffentlicht am 20. Januar 2023

Hoffnung spenden. Das kann doch jeder Mensch. Denkste!

Den meisten gelingt es gerade mal, sich nicht abzuwenden. „Solange mir jemand zuhört, bekomme ich, was ich möchte.“ Das ist doch eher die Devise, nicht wahr?

Ich möchte nicht mehr reden. Alles hat immer seinen Anfang im Kleinteiligen. Ich kenne niemanden, dem es um die ganze Welt innerhalb der Einzelheiten kollektiv wie auch persönlich geht. Wenn wir es genauer betrachten, geht es immerzu um Gefühle. Wie fühlt es sich an, wenn in unserer Vorstellung die Welt tragisch zugrunde geht? Wie fühle ich mich, sollte ich meinen Job verlieren? Was mache ich, wenn mir mein Arzt oder meine Therapeutin die Wahrheit über meine Verfassung mitteilt? Kann ich nachts damit gut einschlafen? All das. Wir vergessen, dass es eben nicht um die Welt da draußen geht.

Sobald wir fühlen, partizipieren wir. Wenn wir verstehen, dass jedes Gefühl eine Antwort ist, haben wir eine Chance. Denn damit haben wir endlich einen Hebel, eine Handhabe, einen Knopf.

Gefühle wollen gefühlt werden. Sie hadern nicht mit dem Leben. Sie geben uns alles, was wir für unseren Moment hier und heute brauchen.

Keynotes: Das Annehmen unserer Gefühle ist essenziell für ein gesundes, friedvolles, liebevolles Leben. Thema: Lieben was ist. ‚

Stichpunkte: Gefühlen Raum geben zu sein. Sie sprechen die Wahrheit.

Farbcode: rosa und weiß

Heilung: Innere Fülle entsteht durch Verständnis für sich und das Annehmen bzw Akzeptieren unserer Lebensthemen.

Perspektive & Fokus: Wir können uns nicht mit jedem Gefühl allumfassend beschäftigen. Das wäre zu viel der inneren wie äußeren Selbstanalyse. Was wir jedoch können, ist die Gesamtheit unserer möglichen Empfindung zu überprüfen. So gelingt uns ein Anfang, der sich auch im Alltag gut darstellen und umsetzen lässt.

Meilensteine, Wünsche und Ziele: Finde die aktuelle Version deiner selbst. Bist du trüb, grau und müde? Dann ruh dich aus. Nimmst du Medikamente? Hältst du es mit dir aus? Wer kann dir helfen, mit deinen unzähligen Empfindungen umzugehen? Suche dir Hilfe.

Wer bist du heute? Möchtest du lieber anders sein?

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Was können wir teilen?

Veröffentlicht am 13. Januar 2023

Ziele? Habe ich nicht. Ich will meinen Frieden, darum rede ich.

Alles andere kann mir gestohlen bleiben. Wenn es etwas gibt, das mich bewegt, so sind es meine eigenen Überlegungen. Für Außenstehende mag das arrogant klingen. Egozentrisch. Doch sind wir das nicht alle?

Es gibt kein uneigennütziges Handeln. Alles, was wir anfassen, machen wir aus uns selbst heraus, aus dem Moment, aus dem Körper, aus dem Leben heraus, das uns geschenkt wurde. Denn selbst das war ja nicht unser bewusstes Dazutun.

Ich möchte mich also gleich wieder in meine Welt zurückziehen, so haben wir es leichter miteinander. Alles, was ich kann, waren Tagebücher. Sie liegen hier. Das wird auch so bleiben müssen. Mit dem Unterschied, dass wir uns jetzt darüber unterhalten können, wenn das Interesse für mich da wäre? Nein, um mich geht es nicht. Es sind Gefühlswelten, die mich interessieren. Deine, meine, unsere.

Von klein auf war mein Leben auf Mitmenschen ausgerichtet. Sie zu sehen war kein Thema, sie leben nun mal hier genau wie ich. Mit der Zeit entwickelte ich Hilfe, also das Bedürfnis, für andere da sein zu wollen. Sie haben nicht einmal darum gebeten. Es war also wieder ein innerer Drang, der im Außen befriedigt werden wollte. Und das habe ich, ob Menschen nun wollten oder nicht. Ich sprach mit ihnen über ihre Gefühle, weil mich zeitlebens nichts anderes interessiert hat.

Sobald sich Menschen auf diesem Podest wiederfanden, fingen sie an. „Oh, wie schön, dass mir jemand zuhört!“ Dann haben sie gar nicht wieder aufgehört. Und ich war zunächst im siebten Himmel.

Wie sieht es in deiner Welt aus?

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Zurück am Schreibtisch

Veröffentlicht am 3. Januar 2023

Community – das Schlagwort schlechthin! Nun habe ich tatsächlich Lust darauf.

Ich möchte mich einbringen, das sagen, wofür anderenorts kein Platz und Raum ist. Geschweige denn ein Ohr.

Doch wem soll das alles etwas nützen? Zunächst einmal mir.

Schreiben hat mir Frieden gebracht.

Darum teile ich hier ausgewählte Tagebucheinträge. Ich kehre zurück zu bewegenden Momenten, schaue sowohl auf aktuelle wie weit zurückliegende Ereignisse und möchte zelebrieren und wertschätzen, was diese Überlegungen mir ermöglicht haben. Nämlich Dingen in der Tiefe nachzuspüren, die im Außen so nicht sichtbar sind.

Ich möchte Sie einladen und ermutigen, mit sich in einen steten und regelmäßigen Austausch zu treten. Egal wie, es muss ja nicht gleich das klassische Tagebuch sein. Sie werden wissen, was für Sie passend ist. Doch hören Sie hin! Sie sind es wert, gehört zu werden.

Was bedeutet für dich Gemeinschaft? Wie möchtest du dich einbringen?
  • Impressum

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Womit fangen wir an?

Veröffentlicht am 3. März 2020
Spielen

Damit wir eine Basis finden, auf der wir uns unterhalten, ja sogar gemeinsam reisen können.

Sie möchten mit sich selbst sein und sich gut dabei fühlen. Heute, aber auch Morgen. In Ihren eigenen Etappen und Vorstellungen.

Sicher wollen Sie sich auch fühlen, das kommt erschwerend hinzu. Denn sonst würden und werden Sie mir nicht zuhören. Darum komme ich gleich zum Punkt:

Wir werden Ihren nächsten Lebensabschnitt Schritt für Schritt gemeinsam erlaufen, während ich Ihnen dazu Wegweiser, Bilder und Ideen an den Straßenrand stelle, die Ihnen helfen können, sich besser zu orientieren und neu auszurichten.

Aber warum sollten Sie mich anhören?

Mit dieser Frage sollten Sie auf jeden Fall beginnen. Denn wenn ich mit Ihnen für einen Moment zusammen bin und gehe, werden sich diese Fragen nach einer gefühlten Sicherheit auch weiterhin in Ihnen auftürmen. Daher kommen wir nicht drum herum, sie zu adressieren.

Um den eigenen inneren Garten aufzuforsten brauchen wir Platz. Den gibt es hier. Es liegt an Ihnen, ihn für sich zu nutzen.

Unser Gespräch fängt nicht mit der Kindheit oder Ihrer Herkunft an. Sie werden wissen, was Sie mit mir teilen möchten. Das ist dann der Start einer neuen Geschichte auf Ihrem Weg.

Der eigene Platz in sich selbst ist immer noch der beste. Dafür ist es umso wichtiger zu kämpfen.

Hören Sie sich und mir einen Moment zu und kommen Sie in Ihrer eigenen Zeit zu Ihren persönlichen Sachen, Dingen und Gefühlen. Damit können wir am besten herausfinden, was Sie konkret für Ihren Weg und nächsten Schritt benötigen.

Das sind die Wegweiser, die Sie selbst überprüfen, damit sich alles in Ihrem Tempo, aber eben auch in Ihre Richtung bewegen darf.

Richten wir Sie auf das Wesentliche aus, damit Sie mit dem Platz in Ihnen einen guten Weg machen können.


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Warum wir Gefühle (be)sprechen

Veröffentlicht am 3. März 2020
Ein harmonischer Alltag

Persönliche Geschichten und das Teilen intimer Erlebnisse dienen vor allem drei Dingen:

Unserer Suche nach der inneren Stimme, einem klaren Bauchgefühl und einer besseren Wahrnehmung unserer persönlichen Lebenswege.

Ich möchte Sie dabei unterstützen, sich selbst authentisch wahr zu nehmen und eine liebevolle Sprache für sich selbst zu entwickeln. Damit Sie wieder fühlen, was Sie längst wissen:

Dass es Spaß macht sich zu fühlen!


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Ehrlichkeit

Veröffentlicht am 6. Februar 2020
Wassermassen – Stress

Wie wir mit dem Fluss gehen können, ohne uns selbst zu verraten.

Wieder und wieder kommen Menschen zu mir, die sich vor allem um diese eine Frage drehen:

Wie kann ich mich gut fühlen, wenn ich doch im Außen „so und so“ zu sein habe?
Dieser Frage kann ich nur nachgehen, wenn ich mich nach innen wende, ins Zentrum und zum Kern der Sache.

Nicht im Außen, sondern im Inneren sind die Vergleiche, die Bezüge, die wir ändern wollen, damit uns der Mensch neben uns gefällt oder wir ihm scheinbar genügen können. Das sind viele vertrackte Gedanken, die uns zu Dingen zwingen wollen, die wir gar nicht machen oder haben möchten. Sie machen uns weis, dass wir nicht okay sind, wie wir sind. Dass wir verstehen müssen, dass es nicht reicht, was wir hier haben, machen und sind. Das tut weh. Das macht uns mürbe und unwirsch uns selbst gegenüber, ich weiß. Darum ist mein Grundgedanke heute ein anderer.

Wenn wir im Außen sehen könnten wie wir uns im Innen fühlen, würden wir es dann auch vor allen anderen genau so zeigen?

Ich erkenne mich oftmals in den Geschwindigkeitsanzeigen vor kleinen Ortschaften oder in der Nähe von Grundschulen, wenn sie mir verraten, wie schnell ich gerade fahre und ob das so angemessen ist. Meist bekomme ich als Feedback einen Smiley. Weil ich ja weiß, dass ich kontrolliert und öffentlich bloßgestellt werden kann. Wenn ich also so langsam fahre, wie es vorgeschrieben beziehungsweise leise empfohlen war, bin ich okay. Eine Belohnung fürs lieb sein!

Doch wenn ich nun mit diesem Smiley überhaupt nichts erzeugt habe, weil ich gelogen habe, was dann? Wenn ich mich anders verhalten würde, wenn die Kontrolle nicht da wäre oder ich nur so tue, als wäre ich vorsichtig? Dann kann mir der Smiley auch nichts nützen. In dem Augenblick habe ich mir selbst eine Ohrfeige verpasst und kann noch so gut oder scheinbar respektvoll durchs Leben navigieren.

Ich habe mich verraten und das tut mir mehr weh als jedes Knöllchen im Straßenverkehr.

In dieser Welt bekommen wir alles gespiegelt, gut wie schlecht, heiter wie trübe. Doch wir sind es, die darauf eigenständig reagieren können. Ein Dilemma, wenn wir uns etwas in die Tasche lügen müssen, um dem anderen und, noch viel schlimmer, uns selbst ein gutes oder starkes Gefühl zu vermitteln. Was würde die Geschwindigkeitsanzeige in diesem Falle sagen? Wohl kaum einen lachenden Smiley.

Wir können in dieser Welt nur bestehen und uns für uns selbst gerade machen, wenn wir auch sehen können, wenn die Ampel mal auf rot steht. Damit können wir nun uns selbst schützen, unsere Fahrweise oder gar unser Tempo anpassen und eine Ampelphase mit Ruhe verstreichen lassen. Das gibt uns Kraft und ein neues Signal. Dass alles in Phasen kommt und geht und wir auch mal einen kleinen Umweg fahren können, um genau dann anzukommen, wenn wir uns wieder selbst ein Stückchen lieb gewonnen haben.


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Geduld

Veröffentlicht am 3. Februar 2020
Nähe

Wie wir die Nähe zu uns selbst besser ertragen

Wie wir es auch drehen und wenden, wir sind am Leben. Jetzt. Und wenn wir es noch weiter auf die Spitze treiben, könnten wir das sogar genießen. Au weia! Da richten sich bei manchen sicher gleich die Nackenhaare auf.

Ich kann das verstehen. Wir sind so vielen Aufgaben ausgesetzt, haben so viele Termine, Versprechen, die wir einlösen wollen oder auch müssen. Und dann wollen wir auch noch glücklich sein. In uns. Mit uns! Was für eine ernüchternde Bilanz, wenn wir nun auf den Tisch vor uns schauen und nur die einzelnen Fragmente erkennen, jedoch nicht das zusammenhängende Puzzle Motiv.

In dieser Phase habe ich mich jahrelang verstrickt. Ich dachte, jedes Teil des Puzzles wäre das Gesamte, das vollständige Bild. Dennoch habe ich mich immer und immer wieder umgedreht, nach anderen Ausschau gehalten, mit mir selbst einen Pakt abgeschlossen, „besser“ zu sein und es dann doch wieder nur einen Schritt nach dem anderen machen können.

Es hat mich viel Mühe, Kraft und eine Unmenge an Tränen gekostet, diesen Inhalt meiner Selbst überhaupt zu erahnen. Ich habe mich so viele Jahre einfach nur getrieben gefühlt von der Angst, dem Gewissen, meiner Schuld und dem Drang, den eigenen Ängsten und auch Sorgen ein Stück weit gerecht werden zu wollen.

Da stand ich nun mit dem Koffer voll Gold, konnte ihn jedoch nicht auspacken.

Also habe ich beschlossen, jeden einzelnen Groschen und Schein mit mir selbst in die nächste Runde zu bringen, zu investieren. Wie das geht? Mit Hilfe meiner eigenen Fragen an mich selbst konnte ich für mich selbst ein paar Antworten finden, mich zumindest nicht länger geschäftig halten, sondern habe mich dieser einen Frage wirklich und eindringlich gestellt. Bis ich ein Gefühl hatte, ein Gefühl mit und für mich selbst.

Das kann natürlich nichts werden, wenn wir alle Themen auf einmal mit uns herum schleppen. Damit gibt es nur Chaos. Aber für den Moment konnte ich mich so zumindest beschäftigen, aber auch zufrieden stellend einen Tag nach dem anderen mit einer mich berührenden Sache verbringen.

Manches Mal hat das Jahre gedauert, bis ich eine Frage beantworten, also fühlen konnte, ohne dass sie mir die Tränen der Wut oder Ungeduld in die Augen getrieben hat. Doch ich war ja nicht hier, um diese inneren Themen für mich zu lösen. Ich war hier, um den Goldklumpen, auf dem ich saß, Stück für Stück zu inhalieren, zu verstehen, zu nutzen. Damit ich verstehen konnte, woraus er denn für mich nun bestand.

So gewinnt man also Blattgold. Nein, nicht so einfach. Natürlich nicht. Aber diese Geduld, mit der ich mich immer wieder auf diese Themen, Fragen und Gefühle eingelassen habe, konnte mir in dieser Zeit kaum helfen, mich vollständig zu fühlen. Oder gar frei.

Doch jetzt, nach all den Jahren und unzählige Puzzleteile später, komme ich langsam dahinter, dass ich nicht alle Teile oder Goldstücke für mich verstehen muss, um glücklich zu sein. Ich kann ein paar auslassen, auch wenn ich sie sehe und fühle, dass sie zu mir gehören.

Sie sind da. Und ich bin es auch. Wir kommen zusammen, auch wenn ich sie nicht verstehen kann. Doch sie nützen und dienen und fühlen mit mir. Genau so, wie ich es auch für mich selbst getan habe, all die Jahre. Und das reicht mir.


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Identität

Veröffentlicht am 30. Januar 2020
Lebensweg

Wenn wir unsere Lebenswege sehen könnten, wie sie am Ende einmal aussehen, würden wir sie dann verändern oder gar verwischen?

Ich kann es nicht leiden, wenn wir uns mit der Technik so vertraut gemacht haben, dass sich kaum ein Mensch mehr individuell mit seinen Macken oder Fehltritten schmücken darf. Er kann sich auch nichts wegdenken, weinen oder gar die Fehler, die er meint, gemacht zu haben, einfach so auf seiner Online Plattform präsentieren. Dafür ist es noch zu früh. Wir fangen gerade erst an.

Die eigene Identität ist eine heikle Angelegenheit. Wir wollen alle eine eigene. Dennoch wollen wir dazu gehören. Aber wir wollen eben auch auffallen, uns nicht an die Regeln halten oder gar noch einmal von vorne beginnen, wenn sich etwas als nicht sonderlich lukrativ herausgestellt hat.

Doch wie können wir alle „individuell“ sein, wenn wir alle gleich sind? Ich kann da nicht folgen.

Wenn wir so sehr daran hängen würden, uns einmal sein zu lassen, wie wir nun einmal sind, wäre die Identität befreit. Wir alle wären einfach da, hätten einander im Arm und würden uns nicht damit beschäftigen, was einfach mal dazugehört in diesem Sein unseres Lebens.

Wir tragen alle ein Gefühl der Nächstenliebe in uns, doch wir wollen auch ein wenig selbst erkannt werden. Ist doch so! Hauptsache, alle fühlen sich wohl in ihrer Haut, sorgen aber gleichermaßen dafür, dass wir selbst es sind, die gebauchpinselt werden.

Darum ist es gerade so wichtig, den anderen ihre Andersartigkeit zuzusprechen und zu erlauben. Dann können wir uns auch aus unseren Kellern trauen und unsere ach so langen Nasen und angeklebten Fingernägel zeigen.

In dieser Phase der heutigen Zeit ist es sehr wichtig, Anerkennung von Außen zu bekommen. Eben auch in Form von geschmücktem Fleisch, Versagensängsten und dem Gefühl, sich auf den eigens gebastelten Thron setzen zu müssen, damit anderen noch einmal auffällt, wie sehr wir uns selbst schaden würden, sobald sich dieser Thron tragisch in Luft auflöst.

Wir fühlen also immer mehr, kommen aber nicht zu uns selbst oder in ein Gefühl der Nähe zueinander. Warum?

Wir haben Angst. Die anderen sind die Mutigen, die Schwachen, die mit dem Etikett im Gesicht. Und wir? Wir haben die Hosen voll, wollen uns sicherheitshalber nicht zeigen, wie wir sind, halten uns daran, was wir gelernt haben und kommen mit dem eigenen Kram kaum hinterm Vorhang hervor. Weil wir ihn nicht einmal kennen.

Die eigene Identität ist nicht das Gefühl, dass sich die anderen für uns interessieren müssen. Oder gar für uns einstehen, sich zeigen oder uns dafür loben, dass wir darüber sprechen, schimpfen oder uns selbst die meiste Zeit über darstellen. Details veröffentlichen. Es ist nicht wichtig, wie wir es über die anderen gespiegelt bekommen.

Nun ist es an der Zeit, sich nach Innen zu wenden, um dem eigenen Raum einen Platz zu gewähren, in dem wir selbst sein können, nicht nur im Außen, sondern eben auch im Innen.

Wir können eine Verbindung herstellen zwischen dem, was in uns selbst steckt, aber auch im gesellschaftlichen Kontakt gelebt und ausgedrückt werden will.

Wir können Menschen helfen, sich selbst wieder mehr zu öffnen. Sich selbst mehr das Gefühl zu geben, wertvoll zu sein. Für diesen Prozess braucht es eine Menge Mut. Und das Gefühl, sich selbst etwas wert zu sein.

Wenn wir also damit aufhören, uns selbst zu beweihräuchern und uns gegenseitig auszuschlachten, kann dabei etwas Schönes entstehen. Dann haben wir einen Grund uns zu zeigen, wie wir sind.

* gemeint sind – wie immer – alle Geschlechter


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Leere

Veröffentlicht am 27. Januar 2020
Nach dem Sturm

Gelingt es uns, die eigene Nähe besser auszuhalten?

Wie wir miteinander umgehen hängt oft und vermutlich ausschließlich mit dem Gefühl zusammen, das wir uns erst einmal selbst entgegen bringen. Darum ist es so wichtig zu verstehen, wie wir eins mit dieser inneren Leere werden könnten.

Das Gefühl ist nicht einzigartig oder gar für den inneren Geschmack zu sehr versalzen. Es kommt darauf an, dass wir in ihr einmal sitzen können, es „aushalten“, keinen weiteren Input zu haben, bevor wir weiter machen mit unserem Alltagsleben. Denn wenn wir erst einmal sehen können, wie sich die Dinge IN UNS entwickeln, wenn wir still werden, können wir auch darauf vertrauen, dass sich das Außen fügt und in die richtigen Bahnen lenkt, wenn wir es denn so weit kommen lassen wollen.

Eine Arbeit mit der inneren Leere scheint für viele einfach irrsinnig. Oder überhaupt nicht realistisch. Doch diese inneren Gefühle, die uns oftmals in Form von Gedanken begegnen, können auch in einer Stille enden, wenn wir uns ihr hingeben und sie in einer Weise belassen, wie sie ursprünglich nämlich ist. Einfach da.

Ich kann das nicht anders beschreiben, doch diese teilweise doch recht jämmerlichen Gefühle sind in mir immer auf einen Schlag entfernter denn je, wenn ich mich dem inneren leeren Raum widme, der mit mir in einer Weise befreundet ist, den ich so sonst nirgends gesehen oder gefunden habe da draußen. Er ist für mich allein, ich kann mich ihm hingeben, er wird bereits da sein, wenn ich ankomme. Niemand kann mich dort stören, halten oder gar entfernen, wenn ich es nicht möchte. Er ist für mich ein Platz der inneren Ruhe, Einkehr, aber eben auch einfach ein Platz, der nichts von mir will und möchte.

Da sitze ich nun und schreibe. Schon mein Leben lang. Der Platz kommt mit diesen Worten gut aus, die sich ab und an hierher verirren. Sie winden sich ein wenig, weil sie hier keine Aufgabe zu haben scheinen, weil sie niemand an der nächsten Straßenlaterne stehenlässt oder ihnen etwas vorwirft, was sie verbrochen haben sollen. Die Gedanken sind hier frei. Und die Emotionen, die meine eigenen Gefühle prägen, kommen immer mehr und mehr zu einer Ruhe zurück, die ich so sehr wünschte, sie wäre überall im Leben zugegen. Doch damit können wir wohl nicht rechnen.

Ruhe und Stille sind eins, wenn auch ein paar völlig veränderliche Komponenten. Sie wollen miteinander sein und spielen, wenn ich mit der Stille in mir denn einen Weg nach vorne wagen kann.

Ruhe, Stille und Leere. So einfach scheint es nicht zu sein, auch selbst sehen diese inneren Gefühle so sehr nach Arbeit aus, wobei sie es ja nicht einmal sind.

Ich kann es nur wiederholen. Eine gefühlte Ewigkeit ist in diesen Tagen einfach nichts mehr wert. Sie wird auch nicht kommen, wenn ihr sie nicht einladet. Denn damit seid ihr ja schon viel zu sehr damit beschäftigt, ihr den Rang abzusprechen, der ihr zusteht.

Eine Leere in uns selbst ist nichts anderes als das Gefühl, dass alles sein darf, wie es ist.

Ein Platz und Raum, in dem wir uns halten können, aufhalten. In dem nichts geschieht aber doch alles sein darf. Einfach so. Wenn wir das schon einmal erlebt haben, kommen wir vielleicht zurück und sind wir bereit, den Blick noch einmal dorthin schweifen zu lassen.

Denn damit sind wir einen Augenblick im Sein, in der jetzigen Zeit. Auch wenn dieser Moment in einer Windeseile verraucht sein wird, so haben wir doch ein kurzes Gefühl der Lustlosigkeit abgestreift und uns ihr zugewandt: der Möglichkeit für den Plan, immer mal wieder hier zu sein. Im Hier und Jetzt.


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